Uraufführung am 27. April 2012 im Schillertheater Berlin
John Adams’ Orchesterwerk „Guide to Strange Places“ bildet die musikalische Grundlage zu Marco Goeckes Uraufführung für das Staatsballett Berlin. Inspirationsquelle für Adams, dessen Komposition von der Berliner Staatskapelle als Deutschlandpremiere gespielt wird, war ein Buch, das in die geographischen, klimatischen und historischen Merkwürdigkeiten und mythischen Geheimnisse der südfranzösischen Landschaft Provence einführt. Von diesem „Guide noir de la Provence mystérieuse“ hat der Komponist, dessen Stücke nach eigener Aussage oftmals mit Reisen durch ungewöhnliche Landschaften in Verbindung stehen, sich anregen lassen. Der Choreograph Marco Goecke spricht über seine Kreationen in ähnlicher Weise: „Alle meine Choreographien sind Reisen. Reisen an neue Orte, denen ich mit Angst, aber auch mit Neugier begegne. Die Bühne ist für mich wie eine karge Landschaft oder ein Felsen mit einem ganz bestimmten Geruch; aber vertraut, sehr vertraut.“ Vier Tänzerinnen und fünf Tänzer, darunter auch Vladimir Malakhov, tauchen in Goeckes geheimnisvolle Welt ein. „Deine Arme sollen ein Eigenleben führen“, bestärkt Goecke seine Tänzer und scheint sie damit in geflügelte Fabelwesen verwandeln und eine Atmosphäre schaffen zu wollen, wie sie auch der „Guide noir“ beschreibt.
Foto: Marco Goecke probt mit Mikhail Kaniskin
Text und Foto: Nadja Kadel
Vom 29.02.2012 | Permalink »
Filmdokumentation: Uwe Scholz in Tokio
Interviews und Ausschnitte aus der Choreografie "Rachmaninov 3" von Uwe Scholz, Japanpremiere am 24.11.2011 in Tokio.
Einstudiert von Giovanni Di Palma und Kiyoko Kimura zum 10. Jubiläum des Tanzzentrums Architanz.
Aufnahmen der ersten und zweiten Bühnenprobe am 22.11.2011.
Kamera und Schnitt: Toshimaru Hatano
Vom 06.02.2012 | Permalink »
Uraufführung von Marco Goeckes "Garbo Laughs" am 9. Februar 2012 in Den Haag
„Auch ich mache Stummfilme“, sagt Marco Goecke, als er über Greta Garbo spricht, eine der wenigen Schauspielerinnen, denen der Sprung vom Stumm- zum Tonfilm gelungen ist. Dabei sind Goeckes Tänzer nicht immer stumm: In einer Szene wird der Atem der Akteure zum lauten Ächzen, es scheint, als ob sie ihr Innerstes nach Außen kehren, wenn Goecke fordert: „The b...reath has to really hit me“. Ganz so, als ob es zu beweisen gälte, dass es ein Innerstes überhaupt gibt. Oder als ob da etwas verborgen ist, was bisher noch keiner entdeckt hat. György Ligetis „Métamorphoses nocturnes“ (1958) wirken dabei wie eine Antriebsfeder, vorwärts gerichtet und ohne innezuhalten; bis Ray Charles in seinem „Confession Blues“ mit seiner sonoren Stimme einen Ruhepunkt findet, musikalisch und tänzerisch.
Goecke entführt den Zuschauer in seine geheimnisvolle Welt: In diesem Stück ist es eine Welt, in der naive schwarze Vögel und getriebene Spaziergänger den wolkenblauen Himmel auf die Erde holen und in der „die Göttliche“ hinter einer schwarzen Maske ein glamouröses aber einsames Lachen lacht.
Text und Probenfoto: Nadja Kadel
Vom 05.02.2012 | Permalink »


