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Uraufführung des Pas de Deux "Furia" am Theaterhaus Stuttgart mit Gauthier Dance Juniors

Marco Goeckes Pas de Deux «Furia» ist in einer sehr kurzen und intensiven Probenphase von nur sechs Tagen mit den Tänzern Atticus Dobbie und Mathilde Rohberge im Januar 2026 entstanden. «Ihr müsst kämpfen um die Zeit, die vergeht», sagt der Choreograf in der Probe zu den Tänzern, «kämpft darum, die Zeit zu behalten, auch wenn ihr merkt, dass sie vergeht». Und beide tun ihr Möglichstes, hinter der Musik, den Gefühlen, den Schritten herzulaufen, um die Zeit festzuhalten. In den unzähligen kleinen und schnellen Bewegungen spürt man die Sehnsucht, den Moment so intensiv wie möglich zu erleben, in jedem einzelnen Moment alles zu geben. Ist es am Ende des Lebens nicht das Wichtigste, dass man für etwas gebrannt hat?
Goecke widmet diesen Pas de Deux der kürzlich verstorbenen Theaterhauslegende Gudrun Schretzmeier.
Nadja Kadel

Tanz: Mathilde Roberge und Atticus Dobbie
Foto: Nadja Kadel

Vom 13.01.2026 | Permalink »

Ein neuer Nussknacker - Welturaufführung von Marco Goecke mit dem Ballett Basel

19 Jahre nach der Uraufführung seiner ersten Nussknackerinterpretation mit dem Stuttgarter Ballett, kreiert Marco Goecke einen völlig neuen Nussknacker für das Ballett Basel

Foto: Rahi Rezvani
Tanz: Louis Steinmetz, Michelangelo Chelucci, Sandra Bourdais

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Vom 16.12.2025 | Permalink »

Marco Goecke kreiert wieder für Les Ballets de Monte Carlo: "Verklärte Nacht" von Arnold Schönberg

Die Liebe ist die Nacht. Das Theater ist die Nacht.

Foto: Nadja Kadel

Arnold Schönberg ließ sich für sein Werk „Die verklärte Nacht“ von Richard Dehmels Gedicht „Zwei Menschen aus Weib und Welt“ (1896) inspirieren. Das Gedicht behandelt Themen, die damals tabu waren, wie uneheliche Schwangerschaft und gesellschaftliche Moral. Dehmels expressionistische Dichtung zwang Schönberg, nach neuen harmonischen Ausdrucksmitteln zu suchen, die über die Einflüsse von Brahms und Wagner hinausgingen. Diese Suche gipfelte in der chromatischen Dichte und dem „schwebenden“ Klangbild von Verklärte Nacht, das bereits auf Schönbergs spätere Atonalität hinweist.
Schönberg verwandelte den Text in eine universelle Darstellung der menschlichen Empathie und der Verbundenheit mit der Natur. Die Musik evoziert nicht nur die Handlung – z. B. die Schritte im Mondlicht oder die emotionalen Spannungen -, sondern überhöht sie zu einer metaphysischen Erfahrung, wie Schönberg selbst betonte.
Goeckes Choreografie hingegen steht in keinem Zusammenhang mit Dehmels Gedicht, obwohl die Liebe das große Thema dieses Stücks ist: vergangene Liebe, verlorene Liebe, unglückliche Liebe und Einsamkeit. Goecke beschreibt die Sogkraft von Schönbergs Musik auf ungewöhnliche Weise: „Diese Musik erzeugt für mich denselben Rausch, den ich in den 1990er Jahren in einem Techno-Club in Berlin erlebt habe. Die Jugend ist präsent, Herz an Herz, man hat Nächte verbracht, die zu schön waren, um zu schlafen“.
Große Träume, tiefe Dunkelheit – kann man die Nacht und den Himmel zerschneiden? Der verliebte Clown versucht es. Eine Tänzerin und ein Tänzer finden sich in einem schnellen, energiegeladenen Pas de deux, aber alles endet mit zwei schlechten Schlägen und, gescholten und gebrochen, bleibt er allein zurück. Ein anderer Tänzer zeigt seine Einsamkeit, Verletzlichkeit und Traurigkeit in einem ergreifenden Solo. In einer großen Gruppe bleibt er außen vor, obwohl sie alle dasselbe sagen: „Die Liebe ist wie ein Tier, das man die ganze Nacht hindurch füttert; wenn der Tag kommt, stirbt die Liebe“. Die Nacht wird verklärt, nicht der Tag. Sie wird verklärt, weil man selbst verliebt und verklärt ist. Der Tag bringt die Realität.
Am Ende steht das „Ich verlasse dich jetzt“. Danach gibt es nur noch eine Hoffnung: den Mond.
Nadja Kadel

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Vom 25.06.2025 | Permalink »

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