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Romeos Julia

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Romeos Julia


Wer kennt sie nicht, die größte Liebesgeschichte aller Zeiten? Die tragische Geschichte des Liebespaares aus verfeindeten Familien, die dem Ideal der „Liebe bis in den Tod“ Ausdruck verleiht. Shakespeare arbeitete den Stoff in eine die individuelle Liebe betonende Fassung um und brachte die Geschichte in eine zeitlos gültige Form. Die beiden Hauptfiguren, Romeo und Julia, avancierten damit zu dem klassischen tragischen Liebespaar schlechthin.
Doch was ist diese bedingungslose, alle psychischen und physischen Barrieren überwindende, jeder Vernunft trotzenden Liebe überhaupt?

Der Choreograf Carlos Matos reduziert Shakespeares Stück auf die Essenz – die emotionale Beziehung zwischen Romeo und Julia – und hinterfragt dabei den Mythos der romantischen “Liebe auf den ersten Blick”. Es geht ihm weniger darum, die Geschichte zu erzählen, als sich dem Geschehen aus einer anderen, kritischeren Perspektive zu nähern, und somit alt Bekanntes neu zu entdecken. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Objektivität persönlicher Wahrnehmung. Entspricht das, was wir in dem anderen Menschen sehen der Wirklichkeit? Lieben wir den anderen so, wie er ist, oder nicht eher so, wie wir selber sind? Verdeutlicht wird diese Fragestellung bei Matos` Inszenierung in der Interaktion von Tanz und Videofilm. Spannende Wechsel zwischen imaginären und realen Bildern vermitteln dem Zuschauer den Blickwinkel auf den Einen durch die Augen des Anderen.
Matos greift auch das verhängnisvolle Motiv des “Sich Verpassens” in Shakespeares Drama auf: Für die Liebenden ist es tödlich, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.
Von der Chronologie der literarischen Handlung unabhängig, verführt das Stück zu einer Reise durch die emotionalen Höhen und Tiefen der Liebenden. So setzen sich im Verlauf die einzelnen Sequenzen mosaikartig zu einem Gesamtbild zusammen, welches das tragische Ende der Beiden fühlbar macht.
Matos setzt in seinem neuesten, sehr intimen und konzentrierten Stück einmal mehr den Fokus auf Multimedialität im Tanz und auf die Verbindung von Text und Körpersprache.

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