Uraufführung "I love you, ghosts" von Marco Goecke für das NDT1 zur Eröffnung des Holland Dans Festivals am 3.2.2022
Foto: Rahi Rezvani für NDT1
Es ist die elfte Kreation von Marco Goecke für das Nederlands Dans Theater, aber die erste in dem frisch eröffneten Amare. Es riecht neu in dem riesigen Gebäude, schwere Türen verbinden die unzähligen Räume mit den langen Gängen, noch werden hier und da Baugruben zugeschüttet. Beeindruckt schaut man in die lichtdurchfluteten Studios im 2. Stock und natürlich erinnert man sich im selben Moment an die alten Probenräume im Lucent Danstheater, an das vertraute dunkle Studio 5 im Untergeschoss, das keine Fenster hatte, an die vielen Eindrücke, die auch nach dem Abriss noch bleiben. Was ist wohl mit den guten Hausgeistern geschehen? Sind auch sie in das neue Gebäude umgezogen? Fünf Tänzer und vier Tänzerinnen machen sich mit Marco Goecke auf die Suche nach ihnen. Try to remember, singt Harry Belafonte. Die TänzerInnen bewegen sich dazu in rasantem Tempo, spüren durch Goeckes Bewegungssprache nicht nur Dunkles und Unbekanntes auf, sondern auch viele Erinnerungen: vertraute Gesten, die aus früheren Räumen und früheren Stücken wie schützende Geister evoziert werden.
So bringt ein Tänzer eine Tänzerin nach vorne in den Raum, fasst vorsichtig ihre Handgelenke. „Somebody plays you“, sagt Goecke zu ihr in einer Probe. Und später zu einem anderen Tänzer: „Es ist ein bisschen, wie es in Das Geisterhaus heißt: ‚Fass Sie nicht an, sie ist tot‘. Wie wenn Goecke Geister heraufbeschwören würde. Und wenn die Tänzer etwas flüstern, das wie „I love you“ klingt, dann ist man nicht mehr sicher, ob sie aus Belafontes Danny Boy den Satz „I love you so“ zitieren oder nicht doch eher „I love you, ghosts“ sagen, um mit den Unsichtbaren in Verbindung zu treten.
Nadja Kadel
Vom 05.02.2022 | Permalink »
Marco Goecke erhält den prestigeträchtigen Jiří-Kylián-Ring während der Eröffnung des Holland Dance Festivals
In Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheiten Prinzessin Beatrix, Prinz Constantijn und Prinzessin Laurentien der Niederlande wurde bei der Eröffnung der achtzehnten Ausgabe des Holland Dance Festivals zum achten Mal der Jiří-Kylián-Ring verliehen.
Der deutsche Choreograf Marco Goecke erhielt den prestigeträchtigen Jiří-Kylián-Ring vom Gewinner 2020: Marian Sarstädt. Sie erhielt den Ring für ihre wichtige Arbeit für die niederländische Tanzwelt.
Der Jiři Kylián Ring ist eine gemeinsame Initiative des ehemaligen Direktors der Nederlandse Dansdagen Leontien Wiering und des künstlerischen Leiters des Holland Dance Festival Samuel Wuersten. Der Ring wurde 2006 aus der Bewunderung für Kyliáns Meisterschaft heraus gegründet. Jiři Kylián wurde gebeten, den Ring zu gegebener Zeit an einen Künstler weiterzugeben, der wie er ein Inspirator und Innovator in der Welt des Tanzes ist.
Das Design des Rings stammt von Hans Appenzeller und besteht aus einem Satz von 14 Ringen, ein Ring für jeden Buchstaben des Preises. Die Ringe befinden sich auf einem Ringmaßstab und werden immer größer. Die Person, die den Preis erhält, kann sich einen passenden Ring aussuchen und ihn behalten, wenn sie den Preis weitergibt. Der Gewinner erhält außerdem einen finanziellen Anreiz in Höhe von fünftausend Euro von der Kylián-Stiftung.
Vom 05.02.2022 | Permalink »
Goecke als "Choreograph des Jahres" ausgewählt, zudem Nominierung für den niederländischen ZWAN-Preis
Gleich zwei gute Nachrichten auf einmal: Nicht nur wurde Marco Goecke in der Kritikerumfrage der Zeitschrift tanz zum Choreographen des Jahres 2021 gewählt, auch die Niederländer nominieren Goecke mit seinem diesen Frühling für das NDT1 geschaffene "The Big Crying" für die beeindruckendste Produktion des Jahres 2021.
Vom 29.08.2021 | Permalink »


