Agentur für Ballett/Tanz und Bühne

Yvonne Pouget

Die gebürtige Italienerin Yvonne Pouget zählt seit 15 Jahren zur etablierten Spitze der Deutschen Choreographen- und Tänzerszene. Sie erhielt ihre Tanzausbildung bei Ko Murobushi und Carlotta Ikeda. Ihre übergreifenden Tanzproduktionen waren im In- und Ausland erfolgreich. Künstler wie der Regisseur Johannes Brunner, der Barockspezialist Christoph Hammer oder der Couter -Tenor Christopher Robson haben begeistert für sie gearbeitet. Ihre Theaterproduktionen werden seit 2000 vom Kulturreferat der LH München finanziell unterstützt.
Yvonne Pouget besticht darüber hinaus als extrem wandlungsfähige Solotänzerin und verfügt über eine außergewöhnliche Bühnenpräsenz. Sie realisiert Theaterträume, in denen logisches Verstehen unnötig ist, wo der Klang zur Gebärde und die Aufführung zu einem Raum wird, in den das Publikum eintritt und spürt.

Produktionen

Corporalità:
Eine Symbiose des japanischen Butoh-Tanzes mit dem Zeitalter des Barock

Nach der lebensbejahenden Aufbruchstimmung der Renaissance veränderte sich im Zeitalter des Barock die Perspektive: der Tod ist allgegenwärtig, alle Lebenslust wird von der Gewißheit ihrer Endlichkeit überschattet. Freude und Schönheit haben keinen Bestand. Jenseitsgewandheit und Vergänglichkeitskult sind untrennbar verbunden mit Lebenslust und Daseinsfreude: auf der Rückseite des memento mori steht carpe diem.
»Corporalità« nimmt dieses barocke Prinzip inhaltlich auf und transformiert es in die große Herausforderung der menschlichen Existenz: in dem Bewusstsein vergänglich, zerbrechlich und sterblich zu sein leben zu müssen. Nur wem es gelingt, sich mit der eigenen Sterblichkeit auszusöhnen erhält als Lohn die Intensität des Augenblicks, des Hier und Jetzt. An diesem Punkt, mit in Demut geneigtem Haupt, mag es gelingen, die Unendlichkeit zu küssen. In »Corporalità« hält der Tod in Form der irdischen Vergänglichkeit das Leben in der Intensität eines absolut gelebten Augenblicks wie eine Geliebte im Arm. Es gilt die Vergänglichkeit zu akzeptieren, um den Mut zu finden, sich mit allem kompromißlos ins Leben zu werfen.
Die bekannte Münchner Choreographin und Butoh-Tänzerin Yvonne Pouget konnte für die Inszenierung an diesem außergewöhnlichen Aufführungsort gemeinsam mit Regisseurin Martina Veh ein erstklassiges Ensemble verpflichten.

Hoch oben weites Blau:

Yvonne Pouget wählt als Ausgangspunkt für ihre Produktion „Hoch oben weites Blau“ das Unglück des russischen Tauch-U-Boots Pris As-28, das im August 2005 nach drei Tagen vom Meeresgrund geborgen werden konnte. Anders als bei dem U-Boot-Unglück der ebenfalls russischen „Kursk“ im Jahr zuvor konnte die Besatzung gerettet werden. Die Produktion soll an die russischen Matrosen erinnern, und an die Kriegszitterer des 1.Weltkriegs. „Hoch oben weites Blau“ bedient sich dabei der Erkenntnisse der aktuellen Traumaforschung. Pouget versteht in diesem Zusammenhang ihre ganz spezifische Formsprache jenseits des „klassischen“ zeitgenössischen Tanzes als einen Akt der symbolischen Wunscherfüllung. Ihre Arbeiten nehmen in der freien Tanzszene einen besonderen Platz ein. Sie stehen für die kleine Bewegung, das äußerlich Sichtbare reduziert auf die Essenz.

Yvonne Pouget "Hoch oben weites Blau"

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